Bist du auch nicht in Stimmung?

Postpartale Stimmungskrisen

 

 

 

Der „Baby Blues” oder die „Heultage” sind eine verwirrende Phase, die von den meisten Müttern direkt oder mit etwas Verzögerung nach einer Geburt durchlebt wird.

 

Doch bei vielen Frauen bleibt es nicht bei einigen tränenreichen Tagen, eine ausgewachsene Depression oder - im schlimmsten Fall - Psychose oder posttraumatische Belastungsstörung entwickelt sich. Aber wie ist es möglich, dass einige Frauen nach einer Geburt vor Freude nur so sprühen und ihre Rolle mit einer Riesenportion Glück und Leichtigkeit annehmen, während andere in ein tiefes Loch der Traurigkeit fallen und die Schuldgefühle über diese Gefühlslage das Ganze noch verschlimmern?

 

 

 

Auch wenn die hormonelle Umstellung nach Schwangerschaft und Geburt sicherlich ihren Anteil an dem Dilemma hat, konnten Studien das bislang nicht einwandfrei beweisen. Doch es gibt verschiedene Risikofaktoren, die zum Entstehen von PPS (postpartale Stimmungskrisen) beitragen.

 

 

 

1. Psychische Vorbelastung

 

Einige Frauen, die nach der Geburt psychisch erkranken, erleben diese Krankheitsform zum ersten Mal, aber es gibt auch Frauen, die schon unter einer psychischen Störung gelitten haben, die dann über die Schwangerschaft hinaus anhielt, sich verschlimmerte oder wieder auftrat. Bei schweren Depressionen liegt das Risiko, dass diese nach einer Geburt erneut auftreten, bei 50 %. Des Weiteren zählen psychische Erkrankungen in der Ursprungsfamilie zu den Risikofaktoren, postpartal selbst krank zu werden.

 

2. Sozioökonomische Faktoren

 

Man hat herausgefunden, dass das Auftreten einer postpartalen Depression bei Frauen, die aufgrund von Armut oder sozialer Isolation leiden, deutlich erhöht ist. Gleiches gilt für Teenager-Mütter, dort ist das Risiko sogar doppelt so hoch. Hinzu kommen in diesem Bereich enorme Stressfaktoren durch schlechte Wohnbedingungen, häusliche Gewalt und Existenzsorgen, die zu Ängsten und Störungen beitragen können.

 

3. Privates Umfeld

 

Ein Mangel an Unterstützung von einem familiären Netzwerk, Partnerschaftsprobleme im Zuge der neuen Situation, eine ungewollte Schwangerschaft und andere nachteilige Events im Leben der Schwangeren/Neu-Mama sorgen für Ängst, Nöte und jede Menge Sorgen und können unbeachtet zu psychischen Störungen werden.

 

4. Körperliche Faktoren

 

Vom Schlafmangel über eine komplizierte Schwangerschaft bis hin zu einem Geburtstrauma, der Körper einer Mutter leistet in dieser Zeit Enormes und kann nicht immer alle Belastungen schultern. Häufig tritt z.B. die Autoimmunkrankheit Hashimoto zum ersten Mal nach einer Geburt auf.

 

 

 

Doch trotz aller Faktoren, die viel mit dem Umfeld und der psychischen Gesundheit zu tun haben, dürfen wir nicht vergessen, dass postpartale Stimmungskrisen in allen sozialen Schichten und Lebensmodellen vorkommen. Denn schließlich gehen massive Erschöpfung, Schlafmangel, Sorgen um ein krankes Baby, Stress bei Schreibabys und die körperlichen Faktoren an keiner Mutter spurlos vorbei.

 

 

 

So sehr dieses Störungsbild einem Schreckgespenst gleicht, so sehr ist eine ausreichende Aufklärung und umfassende Hilfe nicht nur sinnvoll, sondern unerlässlich. Die postpartalen Stimmungskrisen sind gut behandelbar und nicht immer sind hierzu Therapie und Medikation nötig. Meiner Meinung nach können viele Frauen mit einer Kombination aus heilender Nahrung, seelischem Beistand, schonender Bewegung und Entspannungstechniken den Weg in ihre ganz eigene Mutterschaft in vollen Zügen genießen. Schließlich ist dies eine ganz magische und wunderbare Zeit, in der Freude und Glück überwiegen sollten.