Buchrezension: Postpartale Erschöpfung

Oscar Serrallach - Postpartale Erschöpfung: Wenn der Körper nach der Geburt streikt

 

 

 

Mal ehrlich: Wie oft hast du den Begriff postpartal schon gehört? Postnatal, ja - postpartal, weniger. Wir leben in einer Gesellschaft, die allergrößten Wert darauf legt, dem Säugling nach der Geburt die beste Fürsorge und Pflege angedeihen zu lassen. Es gibt Produkte en masse, es gibt Kurse bis zum Abwinken und es gibt noch mehr gute Ratschläge zu Themen wie Stillen, Schlafen und Beikost. Was toll ist, keine Frage. Und das beginnt nicht erst nach der Geburt - also postnatal (= nachgeburtlich auf den Säugling bezogen).

 

 

Aber wie steht es mit der neuen Mama? Gibt es neben den guten Ratschlägen und strengen Vorgaben in Sachen Aussehen auch intensive Fürsorge für die Mutter - also postpartal (= nachgeburtlich auf die Mutter bezogen)? Unsere Insta-Welt scheint nur noch aus Back-to-Body Tipps und Workouts zu bestehen, damit wir Mamas möglichst schnell zum Bikini-Body zurückkehren können.

 

 

Das Buch „Postpartale Erschöpfung: Wenn der Körper nach der Geburt streikt” von Oscar Serrallach stellt klar, dass es zwischen Baby-Glück und postpartaler Depression einen Mangelzustand gibt, der weitgehend unbeachtet bleibt, aber dennoch messbar und nachweisbar ist.

 

Die VAK Verlags GmbH hat dieses Buch nun endlich in deutscher Sprache veröffentlicht, so dass allen Müttern die hilfreichen Tipps in Sachen Ernährung, Tipps für besseren Schlaf, Bewegung und mehr Selbstfürsorge zugänglich sind.

 

 

Das Buch geht sehr ausführlich auf die Erschöpfungszustände nach der Geburt ein und gibt Empfehlungen, wie Mütter nicht nur ihre Nährstoffe wiederauftanken, ihre Hormone ins Gleichgewicht bringen und Energie zurück in ihr Leben bringen können. Anders als viele Bücher und Publikationen nimmt sich Oscar Serrallach dem Thema postpartale Erschöpfung ganzheitlich an und prägt damit auch diesen neuartigen Begriff. In früheren Zeiten - und noch heute in einigen Kulturen - gehörte es zur Wertschätzung und Fürsorge von Familien und Gemeinschaften, eine Mutter bis zu 40 Tage nach der Geburt zu umsorgen, mit nährendem Essen zu versorgen und den Übergang von Schwangerschaft in Mutterschaft sanft und voller Glück zu gestalten. Das ist uns in der westlichen Welt anscheinend verloren gegangen und durch Mama-Workouts und schnellen Wiedereintritt in den Beruf ersetzt worden.

 

 

Das Buch Postpartale Erschöpfung” stellt klar, dass der Erschöpfung und den Stimmungskrisen nach einer Geburt ein echter Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen zugrunde liegt und das zu Phänomen wie starken Stimmungsschwankungen und Wochenbettdepression führen kann. Dr. Serrallach geht nicht nur auf körperliche und emotionale Symptome ein, sondern widmet sich im Einzelnen den Nährstoffen und Hormonen, die für Mamas Wohlbefinden unverzichtbar sind. Hinzu kommen konkrete Tipps zur Umsetzung in der Küche, zum Schlaf, gesunder, energiespendender und entspannender Bewegung und - ein ganz wichtiger Punkt - der Praxis der Selbstliebe.

 

 

Sehr lesenswert und auch ein echtes Unikat auf dem Büchermarkt für Mütter.

 

 

 

Postpartale Erschöpfung, ISBN 978-3-86731-219-6 (€ 22,-), VAK Verlags GmbH (www.vakverlag.de)